Jack Nicholson spielt den Kriminalbeamten Jerry Black, einen angesehenen und allseits beliebten Veteranen der Polizei in Reno, der sich widerwillig und mit einem unguten Gefühl in den Ruhestand begibt und auf einen ruhigen Lebensabend als Angler gefasst macht. Und dann stürzt er sich -- keine sechs Stunden nach seinem Abschied aus dem Berufsleben -- auf einen Fall, in dem es um den Mord an einem kleinen Mädchen geht, und er verspricht der verzweifelten Mutter, den Killer zu schnappen. Als sein Partner (wirkungsvoll aggressiv gespielt von Aaron Eckhart) aus dem geistig schwer behinderten Verdächtigten ein Geständnis herausquetscht (eine zutiefst verstörende Darbietung von Benicio Del Toro), ist Jerry davon überzeugt, dass sie den Falschen haben.
Wie bei Sean Penns vorherigen Arbeiten ist dies ein Film, der vor allem von den hervorragenden Schauspielern getragen wird. Nicholson spielt Jerry mit einer gewissen Unruhe unter seiner gelassenen, ruhig-lächelnden Oberfläche. Bei seiner Suche nach einem Verdächtigen hüpft sein geduldiges Anglerherz jedesmal vor Aufregung, wenn jemand anbeißt. Und Del Toro, Helen Mirren, Vanessa Redgrave und Mickey Rourke liefern eindrucksvolle Darbietungen mit ihren kurzen Auftritten. Penn geht es hier weniger um den eigentlichen Kriminalfall als um die emotionale Aufruhr und Jerrys seelische Verfassung; er unterbricht Phasen der Ruhe mit plötzlichen Schnitten und unbehaglichen Szenen (darunter einige zutiefst beunruhigende Tatortfotos). Jerrys Instinkte und Methoden sind solide, und seine Empfindsamkeit ist echt -- er nimmt zum Beispiel eine geschlagene allein erziehende Mutter (Robin Wright Penn) und deren kleine Tochter bei sich auf und entwickelt ein richtiges Familienleben -- aber seine Passion für Gerechtigkeit wird zu einer ungesunden, destruktiven Besessenheit. Das ist es, was uns am Ende dieses oftmals wenig ermutigenden, doch letztendlich faszinierenden Films bleibt. Die Wahrheit befreit eben nicht immer.
Die Dürrenmatt-Verfilmung "Es geschah am hellichten Tag" mit Heinz Rühmann und Gerd Fröbe in den Hauptrollen ist ein Klassiker des deutschen Krimis. Der Film von 1958 basiert auf einem Drehbuch von Dürrenmatt, der jedoch mit dem positiven Ende unzufrieden war, und darauf hin den Roman "Das Versprechen" herausbrachte. Sean Penn, genialer Schauspieler und Regisseur hielt sich bei seiner Adaption an die Romanvorlage. Entsprechend entmutigend und düster ist das Ende.
Jack Nicholson beweist einmal mehr seine unglaubliche Schauspielkunst und in den Nebenrollen entdeckt man bekannte Namen wie Vanessa Redgrave und Mickey Rourke als leidender Vater eines vermissten Mädchens. Das sehr bewegende und aufwühlende Drama verzichtet gänzlich auf Action und hohes Tempo, sondern kommt beunruhigend langsam und gemächlich daher, baut mit statisch anmutenden Bildern und einer wirkungsvollen Sounduntermalung von Hans Zimmer enorme Spannung auf. Ein Film für Puristen, die Wert auf Schauspieler, Story und Spannung legen. Dieser Film ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, daß auch in Hollywood neben all den sinnentleerten Effektorgien und Materialschlachten noch ganz grpßes Schauspielerkino entstehen kann.
Jahr:
2001
Verlag:
Hamburg, Warner Home Video
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Systematik:
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Altersfreigabe:
12
ISBN:
B-00-0063X9-Z
Beschreibung:
1 DVD ( ca 119 Min.)
Fußnote:
FSK ab 12