Eine Tragödie, ein Spiel, ein Meisterwerk
"Sunset Park" beschreibt die Hoffnungen und Sorgen einer unvergesslichen Schar von Menschen, die in den dunkelsten Zeiten der jüngsten amerikanischen Wirtschaftskrise zusammenkommen: ein rätselhafter junger Mann, der wie besessen Trümmer fotografiert; eine kühle Cineastin mit Hang zum Androgynen; ein politischer Aktivist, der in seiner Klinik für kaputte Dinge Artefakte einer verschwundenen Welt repariert; eine Malerin erotischer Themen; eine einst gefeierte Schauspielerin, die sich auf ihr Comeback am Broadway vorbereitet; ein Kleinverleger, der versucht, seinen Verlag und seine Ehe zu retten.
Die dramatischen Ereignisse, die das Schicksal von Austers Helden verbinden, kulminieren in einem besetzten Haus im heruntergekommenen Stadtteil Sunset Park, Brooklyn, und sie zeichnen ein bewegendes Bild des heutigen Amerika und seiner inneren Dämonen. Dieser Roman ist eine emotionale und politische Tour de Force am Puls der Zeit und dunkel glänzend.
Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension
Jörg Magenau zollt Paul Austers Roman über ein Amerika in der Depression große Anerkennung. Bemerkenswert findet er vor allem den neuen Stil, zu dem der Autor gefunden hat. Statt des Spiels mit Fiktion und Wirklichkeit und postmoderner Verrätselung dominiert für ihn in "Sunset Park" ein realistischer Ton. Wie Auster das Leben von vier jungen Menschen im krisengeschüttelten Amerika, die in einem besetzten Haus in Brooklyn unter prekären Verhältnissen zusammenleben, in wechselnden Perspektiven beschreibt, hat ihn sichtlich beeindruckt. Dem Autor gelingt es seines Erachtens, die Veränderungen der amerikanischen Gesellschaft, auch der Institution Familie präzise, umsichtig, unaufdringlich und dennoch "stimmungsstark" zu beschreiben.
Paul Auster , geb. 1947 in Newark, New Jersey, als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. 1971-74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich in Paris. Nach seiner Rückkehr in die USA nahm er einen Lehrauftrag an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer französischer Autoren (Blanchot, Bouchet, Dupin, Joubert, Mallarmé, Sartre) sowie als Herausgeber französischer Literatur in amerikanischen Verlagen. 2006 erhält er den Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur.
Jahr:
2012
Verlag:
Reinbek, Rowohlt
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Systematik:
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SL
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ISBN:
978-3-498-00082-0
Beschreibung:
314 S.
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Fußnote:
Aus d. Engl.