Für Claude Verneuil und seine Frau Marie – ein zutiefst traditionelles, katholisches Ehepaar mit ansprechendem Landsitz in der Provinz – könnte das Leben so wunderbar sein, wenn sich ihre Töchter nicht so ungewöhnliche Ehepartner suchen würden.
Perspektivwechsel: Im Jahr 2014 sind die Schwiegersöhne, die die vier Töchter Verneuil nach und nach präsentiert haben, keineswegs ungewöhnlich. Sie sind vorzeigbar und intelligent: Ein Moslem, ein Jude und ein Chinese. Auch unter den drei Männern der jüngeren Generation herrschen allerdings gewisse Ressentiments und Grabenkämpfe. Die Handlung des Films gewinnt dadurch an Fahrt, dass der ›katholische Franzose‹, den nun die jüngste Tochter heiraten möchte, ebenfalls einen Migrationshintergrund hat: Seine Familie stammt aus der Elfenbeinküste.
›Was haben wir dem lieben Gott eigentlich getan?‹ – so lautet der französische Originaltitel von »Monsieur Claude und seine Töchter« auf Deutsch. So reagieren Claude und Marie auf den Noch-Nicht-Schwiegersohn Charles. So reagieren Charles’ Eltern auf die Verneuils. So reagieren die ersten Schwiegersöhne auf den neuen. Und alles eskaliert, bis sich zum Schluss doch ein Einvernehmen zum Wohle der Liebenden finden lässt.
»Monsieur Claude und seine Töchter« ist ein schnell geschnittener, wortreicher Film, bei dem sich viele gefragt haben: Lache ich hier oder bleibt mir das Lachen im Halse stecken? Denn Rassismus und Intoleranz sind nun einmal absolut nicht witzig. Hier aber schon. Vermutlich ist es wie mit den Antikriegsfilmen, die ja auch stets den Krieg zeigen (müssen), um seine Sinnlosigkeit zu verdeutlichen. Da ist »Monsieur Claude und seine Töchter« schon hübscher anzusehen und eben doch verdammt lustig, wenn er Rassismus und Intoleranz zeigt, um deren Sinnlosigkeit vorzuführen. In den USA konnte oder wollte man den französischen Humor indes nicht verstehen. Der Film wurde dort als zu rassistisch eingestuft, um in den Kinos gezeigt zu werden.
»Im deutschen Kino wäre das kaum denkbar: Die französische Komödie lässt diverse Herkünfte und Religionen derartig frontal und politisch inkorrekt aufeinander prallen, dass die Fetzen fliegen.« (fr-online.de)
»Dabei fällt es in diesem sehenswerten Film leicht, sich mit den Figuren zu identifizieren. Chauveron hebt aufs Lachen der Vernunft über die Unvernunft ab – und aufs Lachen über uns selbst.« (stuttgarter-zeitung.de)
»Ohne gestreckten Zeigefinger, aber mit perfektem Timing und viel Herz macht sich Regisseur de Chauveron einen Spaß aus Alltagsrassismus und Panik vor Multikulti. Eine intelligente Komödie für intelligente Menschen. Gibt’s nicht oft.« (KulturSpiegel)
»Dass es allen Beteiligten einen Riesenspaß gemacht hat, so politisch inkorrekt wie möglich zu sein, merkt man dem Film in jeder Szene an.« (Brigitte)
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Jahr:
2014 (F 2014)
Verlag:
Berlin, good!movies GbR
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B-00-LHK8UT-K
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1 DVD (ca 93 Min.)